Donnerstag, 29. April 2010

Torfeld Süd: Grünliberales «Ja, aber . . .»

Erste Parole zum Aarauer Referendum (AZ vom 29.April 2010)

Die Grünliberalen Aarau sind die erste Stadtpartei, die ihre Meinung zur Referendumsabstimmung am 13. Juni über die Umzonung der Industriebrache Torfeld Süd kundtut. Sie sagen «Ja, aber . . .» zur neuen Bau- und Nutzungsordnung der Spezialzone mit Fussballstadion. Das Projekt «überzeugt aufgrund mangelnder Alternativen», schreiben die Grünliberalen. Der FC Aarau brauche «als Identifikationsträger für Breitensport ein angemessenes Stadion ». Dieses sei richtig dimensioniert, gut gelegen und zu einem «fairen Preis» zu haben, zumal die «Risiken für die Bauphase (. . .) grösstenteils von privater Seite getragen würden.

Stadt darf nicht drauflegen

Sollte der FCA allerdings absteigen, was die Grünliberalen nicht hoffen, werden «klare Aussagen betreffend Wiederaufstiegsziel und der Sicherstellung der dafür notwendigen Mittel» erwartet. Denn beim Betrieb würde «in der Challenge League aufgrund der geringeren Zuschauerzahlen und dezimierter Werbeeinnahmen ein Jahresdefizit von ca. 2,5 Mio. Franken resultieren ». Die Grünliberalen befürchten, «dass die Stadt dann in die Bresche bringen muss, wozu es keinesfalls kommen darf». Ein zweiter Dorn im Auge sind der Partei die «überdimensionierten Verkaufsflächen» im Stadionmantel. Drittens bemängelt sie «das fehlende Bedürfnis einer polysportiven Mantelnutzung ». Sie weist darauf hin, dass es der städtischen Projektdelegation in den letzten zwei Jahren nicht gelungen ist, mehr als zwei interessierte Sportvereine für die von der Stadt gemietete Fläche zu gewinnen. «Können keine weiteren Nutzer gefunden werden, besteht ein eklatantes Missverhältnis zwischen den der Stadt anfallenden Kosten von jährlich 610 000 bis 730 000 Franken und dem Nutzen.» Die Partei verlangt deshalb eine «Exit-Strategie für den Fall, dass keine zufriedenstellende Auslastung der Sporthallen erreicht werden kann».