Lügen die Gegner des Stadions etwa?
AZ 3.6.2008
Gais Center mit Aldi auf der grünen Wiese
Noch dieses Jahr fahren die Bagger auf dem Freiverlad-Areal südlich der SBB-Gleise auf. Innerhalb von gut 12 Monaten entsteht beim Kreisel Gais ein Gebäude mit 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche.
Auf dem ehemaligen Freiverlad-Areal wird in den nächsten Monaten in Aarau das neue Gais Center entstehen. In die Überbauung unmittelbar südlich der SBB-Gleise wird unter anderem der deutsche Discounter Aldi als Ankermieter einziehen.
Das Gebiet mit dem Flurnamen Gais im Südosten der Stadt Aarau wird in den nächsten Jahren ein völlig neues Gesicht erhalten. Neben einer Seniorenresidenz und Wohn- und Geschäftsbauten, die teilweise bereits stehen, wird unmittelbar beim Kreisel Gais, auf dem Areal des einstigen SBB-Freiverlades, ein Gebäude entstehen, das neue Verkaufsflächen im Umfang von rund 3600 Quadratmetern enthält. Zusammen mit dem angrenzenden Entwicklungsgebiet Torfeld Süd, das allerdings noch umgezont werden muss, dürfte hier mittelfristig ein modernes Stadtquartier heranwachsen.
RECHTSKRäFTIGE BAUBEWILLIGUNG
Der heute öde Platz zwischen den SBB-Gleisen und der Industriestrasse, der temporär auch als Lokomotivendepot und als Holzlager diente, gehörte bis vor einem halben Jahr der Schweizerischen Bundesbahnen. Nun ist er im Besitz der Investmentgesellschaft Siag Swissimmo AG mit Sitz in Basel. Diese (bzw. ihre Vorgängerin) hat im vergangenen Jahr vom Aarauer Stadtrat die Baubewilligung für das Projekt Gais Center erhalten. Der Kopfbau zum Verkehrskreisel Gais entspricht einem rechtskräftigen Gestaltungsplan und liegt in einer Spezialzone.
Das vierstöckige Gebäude verfügt laut Siag-Geschäftsführer Markus Spiess über eine «städtebaulich anspruchsvolle Architektur» und wird Investitionen von gut 30 Millionen Franken auslösen, Landerwerb inklusive. Im Parterre und teilweise im ersten Stock ziehen zwei lukrative Ankermieter ein: der deutsche Lebensmitteldiscounter Aldi und der Drogerie-Fachmarkt Müller. Aldi wird das Erdgeschoss mit einer so genannten Normfiliale eine Verkaufsfläche von knapp 1000 Quadratmetern belegen. Hinzu kommen die Firmen Reno (Schuhbranche) und Blackout (Mode).
RESTAURANT UND KLEINBETRIEBE
Fest eingeplant ist im Erdgeschoss ein Restaurant mit einer Aussenterrasse. Die Vermieterin hofft als Abrundung des Branchen-Mix auf etliche Kleinbetriebe, zum Beispiel eine Bäckerei, Metzgerei oder ein Reisebüro. Im zweiten und dritten Stock ist im Moment noch fast alles offen, Markus Spiess denkt bei der Belegung an Schulen, Arztpraxen sowie Sport- oder Freizeiteinrichtungen. Pläne für einen Hotel-neubau haben sich frühzeitig zerschlagen. Weil das Haus in einer Spezialzone liegt, ist laut Stadtbaumeister Felix Fuchs eine Wohnnutzung nicht erlaubt.
Originell gelöst hat man die Frage der Parkierung. Die rund 150 Parkfelder befinden sich in den Obergeschossen und sind verkehrsmässig über eine spiralenförmige Rampe von der Industriestrasse her erschlossen. Die Geschäfte sind teilweise direkt von der Parkfläche her zu erreichen. Diese Lösung hat auch von der Stadtbildkommission gute Noten erhalten. Die Investorin rechnet mit einem Baubeginn im Spätsommer oder Herbst dieses Jahres. Bezugsbereit sein soll das neue Gais Center Ende 2009 oder Anfang 2010.
WSB WILL «LINEAAR» REALISIEREN
Nicht genug damit: Stadtbaumeister Felix Fuchs rechnet zudem im gleichen Perimeter noch in diesem Jahr mit der Baueingabe für das Projekt «Lineaar». Auf dem Gelände von AAR bus + bahn an der Hinteren Bahnhofstrasse soll eine «Hofüberbauung» mit einem neuen WSB-Depot, mit Wohnungen und Büros realisiert werden.
Konkurrenz zum Torfeld Süd
Der Alibi-Streit um die Grösse von Verkaufsflächen
Im Zusammenhang mit der politischen Auseinandersetzung um die Mantelnutzung des neuen Stadions im Torfeld Süd diente die Grösse der geplanten Verkaufsfläche als Alibi-Argument. Mit der Folge, dass in der künftigen FCA-Arena kommerzielle Flächen von 3000 Quadratmetern für die Quartierversorgung, 5000 Quadratmeter für diverse Läden und Boutiquen sowie 2000 Quadratmeter für den Sportverkauf entstehen werden. Hinzu kommen noch einmal 1000 Quadratmeter für die Gastronomie. Einen guten Steinwurf entfernt entsteht nun das in einer Spezialzone liegende Gais Center mit einer reinen Verkaufsfläche von 3600 Quadratmetern sowie einem Areal von rund 4000 Quadratmetern für Dienstleistungen, Freizeit, Praxen oder Restaurant, samt 150 Parkplätzen.
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