Mittwoch, 19. Mai 2010

Die letzte Schlacht?

Die Gegner der Bau- und Nutzungsordnung sind aus ihren Verstecken im Torfeld Süd gekrochen und schwirren in der Stadt Aarau herum. „Bewaffnet“ mit Flugblättern, gehen sie mit zweifelhaften Argumenten auf Stimmenfang. Dabei wird behauptet, dem Steuerzahler würden jährliche Mehrkosten von 2,5 Millionen Franken verursacht – eine frei erfundene Zahl. Dazu versucht man dem Stimmbürger einzureden, der Stadtrat Aaraus handle unbedacht und voreilig und weiter fordern die Gegner die Regierung auf, sich die Sache noch einmal in aller Ruhe zu überlegen. Hingewiesen wird auch auf über 1'200 Aarauerinnen und Aarauer,welche das Referendum unterschrieben hätten.

Verschwiegen wird allerdings, dass beim Sammeln dieser Unterschriften nicht immer die Wahrheit gesagt wurde. So haben wir erfahren, dass beim Sammeln behauptet wurde, alle Wohnhäuser im Torfeld würden abgerissen und ebenfalls behauptet wurde, der Steuerfuss gehe bei Annahme 10 Prozent rauf. Einige Passanten wollen gehört haben, wie gefragt wurde: „Sind sie gegen Stau in Aarau? Dann unterschreiben Sie hier“. Bei solchen Machenschaften dreht sich einem irgendwie der Magen und es ist nur zu hoffen, dass sich nicht all zu viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von diesen Irreführungen blenden lassen.

Bild oben: Die Argumente der Gegner sind reisserisch und nicht belegt - einige sagen sogar: gelogen.

Als Befürworter der Änderung der Bau- und Nutzungsordnung in der Spezialzone Torfeld Süd bitten wir alle Leser, es den Gegnern nicht gleich zu tun. Unsere Stärke ist es, mit handfesten Argumenten offen und ehrlich zu Kommunizieren. Einerseits ist nur mit dem JA eine Stadtentwicklung überhaupt möglich und andererseits hängt auch die Zukunft des FC Aarau von diesem Beschluss ab. Wir möchten alle Leserinnen und Leser dieser Gruppe bitten, in ihrem Umfeld für unsere Sache einzustehen, dafür können diese Argumente hilfreich sein:

Bild unten: Positiv, frisch, offen und ehrlich: Flyer des Pro Komitees

  • Ein JA zur BNO ist kein Schnellschuss. Die zahlreichen Projekte sind von langer Hand geplant, sie sind breit abgestützt und fanden in allen Mitwirkungsverfahren grosse Zustimmung.
  • Im Vorfeld zu dieser Abstimmung wurden bereits zwei Volksbefragungen zum Thema Torfeld Süd durchgeführt. In beiden Fällen fanden die Projekte jeweils Zweidrittels-Mehrheiten.
  • Bereits vor den jeweiligen Abstimmungen gingen die Projekte im Stadt-und Einwohnerrat fast Einstimmig durch, ehe eine Minderheit aus unerfindlichen Beweggründen jedes Projekt zu verhindern versuchten.
  • Verhandlungen mit künftigen Mietern können erst abgeschlossen werden, wenn diese wissen, ob im Torfeld überhaupt gebaut werden kann. Potentielle Firmen zu verbindlichen Zusagen zu verleiten ist unmöglich – deshalb verlangt es die Gegnerschaft.
  • Im neuen Torfeld Süd entsteht ebenfalls bezahlbarer Raum für das Klein- und Kunstgewerbe. Zahlreiche Zwischennutzer haben bereits ihr Interesse angemeldet.
  • Jede weitere Verzögerung kostet Geld und vertreibt Investoren, deren Kapital als flüssige Mittel bereit liegen. Geht es nicht bald voran, geht ein grosses Investitionsvolumen verloren – 500 Arbeitsplätze werden nicht geschaffen, weder bei der Realisierung, noch im „Betrieb“ Torfeld Süd.
Eure Aufgabe ist es, im eigenen Umfeld für ein JA zur BNO Werbung zu machen. Die Abstimmungsunterlagen sind zugestellt, jetzt gilt es dieses so wichtige JA zu erlangen. Wir zählen auf Deine Hilfe! Alle Details gibt es unter http://www.torfeldsued.ch.

Dienstag, 11. Mai 2010

Mehrheitsentscheid durch eine Person?

Markus Hutmacher, Mitglied des Aarauer Einwohnerrates nimmt im Namen der Grünen Aarau-Rohr Stellung zur Abstimmung vom 13. Juni 2010, bei der es über die Änderung der Bauzonenordnung im Torfeld Süd geht. Man habe "nach ausgiebiger Diskussion entschieden [...] mit einer klaren Mehrheit, die Vorlage abzulehnen" schreibt Hutmacher. Weiter folgt ein dreiseitiger Rundumschlag gegen die Stadtregierung. Spätestens beim Besuch der Grünen Webseite erhärtet sich der Verdacht, dass Hutmacher im Alleingang handelt.

Dass das Torfeld Süd in seiner heutigen Form in keiner Weise erhaltenswert ist, darüber ist man sich in Aarau ploitisch einig. Mehrere Abstimmungen haben ergeben, dass auch zwei Drittel der Aarauerinnen und Aarauer an einer Aufwertung des ehemaligen Industriegebietes interessiert sind. Dies hat eine Minderheit im städtischen Parlament jedoch nicht daran gehindert, per Referendum eine neuerliche Abstimmung über die künftige Nutzung des "Torfeld Süd" zu erzwingen. Derweil haben sich in den vergangenen Tagen Grünliberale, CVP, FDP und Pro Aarau erneut klar für die zur Abstimmung gelangenden Vorlage geäussert und empfehlen dem Stimmvolk unisono die Änderung der Baunutzungsordnung (BNO) anzunehmen. Änderung, die als weitere Folge den Bau eines neuen Fussballstadions für den FC Aarau ermöglichen würde.
Bild: Markus Hutmacher, ER Aarau
Auch Grüne sagen Ja

Während die Grünliberalen grundsätzlich Ja sagen, aber Sicherheiten bei einem sportlichen Abstieg des FC Aarau erwarten, holt die Grüne Partei Aarau-Rohr gleich zu einem mehrseitigen Rundumschlag aus. Der Verfasser des Artikels ist Markus Hutmacher, grüner Einwohnerrat der Stadt Aarau. In der von ihm verfassten Pressemitteilung bezeichnet er die Stadtregierung als "unkritisch und naiv" und wirft dem Stadtrat vor "falsche Versprechen" gemacht zu haben. Weiter kritisiert der Autor, es bestünden keine Pläne über die Einbindung des neuen Quartiers an den Rest der Stadt und "andere Bedürfnisse", so Hutmacher weiter, würden "geopfert". Allerdings wird aus dem Dokument nicht klar, welche Opfer dabei erbracht werden müssen - möglicherweise sind die Bedürfnisse der aktuellen Zwischennutzer gemeint, die sich zu sehr günstigen Konditionen in den baufälligen Gebäuden eingemietet haben.

Allerdings: Liest man die Pressemitteilung durch und besucht man die Webseite der Grünen Aarau-Rohr, wird man den Eindruck nicht los, das Schreiben decke sich längst nicht in allen Belangen mit der Meinung der Grünen. "Zwei Grüne sagen Ja zum Torfeld Süd. Es sind dies Susanne Klaus Günthart und Daniel Schneider, die beide im Pro-Komitee BNO Torfeld Süd sind" lässt sich Marc Herzog gegenüber diesem Blog zitieren. Herzog ist Fan des FC Aarau und engagiert sich in seiner Freizeit für die Abstimmungskampagne, indem er Öffentlichkeitsarbeit leistet. "Ich bedaure sehr, dass von Seiten der Gegnerschaft weiterhin mit unwahren Aussagen versucht wird, das Projekt zu bekämpfen, obwohl man selber zur Fairness appelliert."

Unwahr? Tatsächlich spricht Hutmacher von Zahlen und angeblichen Fakten, die nicht belegt werden können. Es paaren sich im Communiqué der Grünen Begriffe wie "wahrscheinlich" und "vermutlich" mit "total unverantwortlich" und "nicht fair". Zweifel über die parteinterne Unterstützung kommen zudem auf, wenn man einen Blick in die Terminliste der Grünen wirft. Öffentlich zugänglich ist zum Beispiel die Teilnehmerliste der Fraktionsssitzung vom 29. April 2010 /siehe Screenshot). Gemäss dieser Liste muss Markus Hutmacher den ganzen Abend mit sich selber gesprochen haben - er war nämlich der einzige Teilnehmer. Seine Parteikollegen haben sich entweder ab- oder gar nicht gemeldet. Hat Hutmacher die Pressemitteilung etwa in Eigenregie geschrieben? Wenn von "ausgiebiger Diskussion" und von "klarer Mehrheit" die Rede ist, nimmt bei solchen wichtigen Entscheidungen auch nur eine einzige Person teil?
Bild: Screenshot Teilnehmerliste Fraktionssitzung

Seit dem 8. Mai ist derweil die Internetpräsenz des Pro-Komitees BNO Torfeld Süd online. Mit dem erfischend wirkenden Slogan "Aarau entfaltet sich" will man sich vom düsteren Bild des maroden Stadtteils abwenden und sich mit offenen Karten für ein lebhaftes Quartier einsetzen. Dass es für eine prosperierende Zukunft jedoch ein Ja an der Urne braucht, ist unbestritten. Bei einem Nein, bliebe das Torfeld Süd für viele Jahre das, was es heute ist: Eine Industriebrache und illegale Mülldeponie.

Bild: Torfeld Süd als Mülldeponie

Montag, 10. Mai 2010

Zweimal Ja zum Torfeld Süd

Die Abstimmungsparolen von FDP und Pro Aarau

Nach den Grünliberalen und der CVP sagen jetzt auch die FDP und Pro Aarau Ja zur Änderung der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) Torfeld Süd, über die die Stadt Aarau am kommenden 13. Juni abstimmen wird. Der Vorstand der Freisinnigen hat die Ja-Parole laut eine Mitteilung «einstimmig» gefasst. Das parteiinterne Kernteam Bau habe sich bereits im Mitwirkungsverfahren intensiv mit dem Thema befasst und entsprechend deponiert, dass «die BNO die Grenzwerte festlegen muss, jedoch mit einer für alle ausgleichenden Vorgabe». Die nun vorliegende Variante erachtet die FDP als «gelungenen Kompromiss» und «veritable Lösung für eine zukunftsgerichtete Neugestaltung des Torfeldes», heisst es.

Ebenfalls einstimmige Unterstützung findet die Vorlage bei Pro Aarau. Die urbane Vereinigung habe sich bereits in den vorangegangenen Abstimmungen «für ein Ja stark gemacht», die Änderung der Bau- und Nutzungsordnung sei nun der «logische Schritt», um das Projekt zur Baureife zu führen. Bei den Diskussionen sei allerdings «nicht verschwiegen worden», dass es auch einige «kritische Punkte» in der Vorlage gebe, die bereits im Einwohnerrat debattiert wurden. «So gibt es gewisse Befürchtungen betreffend Mehrverkehr oder den Umgang mit den erhaltenswerten Gebäuden», hält Pro Aarau in einer Mitteilung fest. Unter dem Strich sei aber für alle Anwesenden an der Vereinsversammlung klar, dass es mit dem Torfeld Süd «vorwärtsgehen muss und dass die präsentierte Lösung insgesamt überzeugt». Unbestritten blieb bei Pro Aarau auch der Kredit für die Sanierung des Gemeinschaftszentrums Telli.

Quelle: Aargauer Zeitung, 10.5.2010

Donnerstag, 29. April 2010

Torfeld Süd: Grünliberales «Ja, aber . . .»

Erste Parole zum Aarauer Referendum (AZ vom 29.April 2010)

Die Grünliberalen Aarau sind die erste Stadtpartei, die ihre Meinung zur Referendumsabstimmung am 13. Juni über die Umzonung der Industriebrache Torfeld Süd kundtut. Sie sagen «Ja, aber . . .» zur neuen Bau- und Nutzungsordnung der Spezialzone mit Fussballstadion. Das Projekt «überzeugt aufgrund mangelnder Alternativen», schreiben die Grünliberalen. Der FC Aarau brauche «als Identifikationsträger für Breitensport ein angemessenes Stadion ». Dieses sei richtig dimensioniert, gut gelegen und zu einem «fairen Preis» zu haben, zumal die «Risiken für die Bauphase (. . .) grösstenteils von privater Seite getragen würden.

Stadt darf nicht drauflegen

Sollte der FCA allerdings absteigen, was die Grünliberalen nicht hoffen, werden «klare Aussagen betreffend Wiederaufstiegsziel und der Sicherstellung der dafür notwendigen Mittel» erwartet. Denn beim Betrieb würde «in der Challenge League aufgrund der geringeren Zuschauerzahlen und dezimierter Werbeeinnahmen ein Jahresdefizit von ca. 2,5 Mio. Franken resultieren ». Die Grünliberalen befürchten, «dass die Stadt dann in die Bresche bringen muss, wozu es keinesfalls kommen darf». Ein zweiter Dorn im Auge sind der Partei die «überdimensionierten Verkaufsflächen» im Stadionmantel. Drittens bemängelt sie «das fehlende Bedürfnis einer polysportiven Mantelnutzung ». Sie weist darauf hin, dass es der städtischen Projektdelegation in den letzten zwei Jahren nicht gelungen ist, mehr als zwei interessierte Sportvereine für die von der Stadt gemietete Fläche zu gewinnen. «Können keine weiteren Nutzer gefunden werden, besteht ein eklatantes Missverhältnis zwischen den der Stadt anfallenden Kosten von jährlich 610 000 bis 730 000 Franken und dem Nutzen.» Die Partei verlangt deshalb eine «Exit-Strategie für den Fall, dass keine zufriedenstellende Auslastung der Sporthallen erreicht werden kann».

Donnerstag, 1. April 2010

Neandertaler im Torfeld Süd?

Torfeld Süd wird aus Sicherheitsgründen heute abgerissen.

Im ehemaligen Industriequartier der Stadt Aarau, dem Torfeld Süd, soll ein neues, lebhaftes Quartier entstehen, eine Visitenkarte für die gante Region. Befürworter und Gegner streiten sich seit Jahren um die Neu-, oder eben Nichtgestaltung der Industriebrache, in der sich derzeit sogenannte Zwischennutzer eing
enistet haben. Zwischennutzer sind direkte Verwandte der Neandertaler, wie ein spektakulärer Fund gestern zu Tage gefördert hat.

Bevor im Aargau ein grosses Bauvorhaben realisiert werden kann, widmen sich Archäologen und Geophysiker dem Gelände, um allenfalls prähistorische Funde sicherzustellen. Gerade in Aarau sind mit den Meyerschen Stollen unterirdische Bauten vorhanden, die bis heute zu einem grossen Teil unentdeckt blieben. Aus diesem Grund schlug vor einer Woche ein Geologen-Team seine Zelte im Torfeld Süd auf, um mit Grabungen an verschiedenen Stellen, im Sinne der Bauherrschaft historische Funde ausschliessen zu können. Doch bereits ein erster Blick von Geologe und Teamleiter Karl-Heinz Derendinger liess diesen ein SMS verschicken. Empfänger: Marcel Guignard, Aaraus Stadtpräsident. "Ich war schockiert, habe aber sofort reagiert" gab Guignard gestern auf Anfrage des Goggiblog zu Protokoll. Der Inhalt der SMS in wenigen Worten: Sofortiger Baustart, haben Neandertaler gefunden"

Bild 1: Guignard ist geschockt.

Der Fund ist insbesondere deshalb bemerkenswert, weil der als fortpflanzungsfaul definierte Neandertaler bisher als ausgestorben galt. Seine Lebensart kann man als chaotisch, unordentlich und verschwenderisch bezeichnen, sein Sinn für Sauberkeit war praktisch nicht vorhanden. Neandertaler scherten sich um jeglichen Anstand, lebten in Terror und Anarchie und liessen jegliche Ordnung vermissen - so beschreibt es Wikipedia. Die Bilder die der Geologe Derendinger im Torfeld Süd geschossen hat, zeichnen genau dieses Bild: Unordnung wohin das Auge reicht, Gesetze werden auf Plakate gemalt, der Müll wird mitten auf der Strasse entsorgt. Derendinger ist sich sicher, dass es sich bei der heute im Torfeld Süd entdeckten Lebensform um eine direkte Nachfolgerschaft des Homo neanderthalensis handelt: Zwischennutzer.

Bild 2: Anarchie im heutigen Torfeld Süd
Bild 3: Mülldeponie Torfeld Süd. Links der später zerstörte Bildschirm

Unter Schock stehend, konnte der emsige Geologe aber ausgerechnet vom jetzt gesichteten Zwischennutzer kein Bild schiessen.

"Ich war wie paralysiert" beschreibt Derendinger die Situation. Er kam auf mich zu, auf dem Kopf trug er eine wollene Mütze, um welche Mücken oder Fliegen schwirrten. Sein Gang war geduckt, das linke Bein zog er schleifend hinterher und in der rechten Hand trug er eine Eisenstange. Zuerst dachte ich, es sei Carl Hirschmann"

Doch was der Wissenschaftler da sah, war ein Zwischennutzer. Ohne seine Anwesenheit wahrzunehmen, humpelte dieser zu einem alten Computer-Bildschirm und hämmerte wild drauflos. Derendinger glaubte die Worte "Volkswille geh weg" gehört zu haben. Volkswille, so fand der Goggiblog bei seinen Recherchen heraus, muss bei Neandertalern eine übermächtige Gestalt gewesen sein, die man allgemein zu ignorieren pflegte. Zuletzt habe sich der Zwischennutzer eine Art schwarze Kutte geschnappt und sei mit triefender Zunge in eine kirchenähnliche Jugendhütte gehumpelt.

Geschockt flüchtete der Wissenschaftler aus dem Torfeld Süd und kaufte sich umgehend zwanzig Bagger, die er nun unter allen Lesern des Goggiblogs verlosen will, die heute am 1. April, noch eine Aktie der FC Aarau AG zeichnen. Heute Abend wird das Torfeld Süd dann aus Sicherheitsgründen dem Erdboden gleich gemacht, wie Stadtpräsident Marcel Guignard gegenüber Radio Argovia heute Morgen bestätigte.

Mittwoch, 31. März 2010

Neues Stadion bei Abstieg?

Aus der AZ vom 31.3.2010:

Kritische Fragen stellte Markus Hutmacher (Grüne) im
Hinblick auf den Stadionneubau im Torfeld Süd im Falle
eines Abstiegs des FC Aarau. Stadtrat Beat Blattner erklärte,
auch ein mögliches Szenario «Wiederaufstieg» sei nur
mit einer neuen Arena überhaupt möglich und denkbar.
Ein modernes Stadion habe zum Ziel, den FCA finanziell
auf sicherere Beine zu stellen. Die Zahlen des Businessplans
seien der Öffentlichkeit seit dem Mai 2007 (Botschaft
an den Einwohnerrat) bekannt. Neue Fakten seien
seither nicht aufgetaucht. Klar sei, dass der FC Aarau
die Pflicht habe, für die Finanzierung der Arena aus
seinem Umfeld 2 Millionen Franken beizutragen.

Mittwoch, 10. Juni 2009

Medienmitteilung der Stadt Aarau

Aarau: Das Baugespann zum Stadion steht – die Pläne zur Gebietsentwicklung Torfeld Süd liegen öffentlich auf

Die Planungsdokumente zum Gebiet Torfeld Süd und das Stadionprojekt liegen vom 11. Juni bis 10. Juli 2009 öffentlich auf. Aufgrund der Eingaben im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung hat der Stadtrat Präzisierungen namentlich zu den Verkaufsnutzungen, zum Umweltschutz und zum Verkehr vorgenommen. Bei kontroversen Themen wie dem Zulassen von Zwischennutzungen versus hohe Wohnanteile hat er Kompromisse getroffen. Mit den privaten Grundeigentümern ist ein Planungsausgleichsvertrag zustande gekommen. Somit ist ein weiterer wichtiger Schritt zur nachhaltigen Entwicklung des Gebiets Torfeld Süd getan worden.

Der Stadtrat hat die Zonenplanänderung und den Gestaltungsplan sowie den Umweltverträglichkeitsbericht für das neue Stadtquartier Torfeld Süd zur öffentlichen Auflage verabschiedet. Diese findet vom 11. Juni bis zum 10. Juli 2009 statt. Die Dokumente – samt den zugehörigen orientierenden Grundlagen – können im Rathaus während der ordentlichen Bürozeiten eingesehen werden. Unverbindlich sind die Unterlagen auch unter http://www.aarau.ch abrufbar. Gleichzeitig liegt auch das Baugesuch zum Stadion mit den Mantelnutzungen öffentlich auf.

Zehn Hektaren bisherige Industriezone sollen schrittweise zu einem urbanen Quartier werden
Kernelement der Quartierentwicklung ist das Stadion. Eine wichtige Rahmenbedingung ist auch das Bekenntnis zur industriellen Produktion am Standort Aarau, indem für Rockwell Automation AG die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden. Zentrales Anliegen der Planung ist das Anknüpfen an bestehende Siedlungsstrukturen, indem auf die Umgebung – insbesondere die südlich gelegenen Wohngebiete – Rücksicht genommen wird. Auch mit der expliziten Bezeichnung von vier erhaltenswerten Gebäuden sowie mit der Anordnung des 5000 Quadratmeter grossen öffentlichen Grün- und Freiraums und des Fuss- und Velowegnetzes wird auf die heutige Bebauungsstruktur abgestützt. Ein weiteres zentrales Ziel der Planung ist ein durchmischtes Gebiet, mit möglichst hohen Wohnanteilen an ruhigen Lagen.

Öffentliche Mitwirkung ergab wertvolle Anstösse zur Optimierung
Die insgesamt 193 Anträge aus der öffentlichen Mitwirkung haben zu verschiedenen Optimierungen der Planung geführt; so kann sowohl der Wohnanteil insgesamt gehoben, als auch Spielraum für Zwischennutzungen geschaffen werden. Bei den vielfältigen Anliegen im Bereich Verkehr sind verschiedene Projekte vorangetrieben worden: So konnte zusammen mit dem Kanton eine Lösung gefunden werden, um möglichst schon bei Inbetriebnahme des Stadions und seinen Mantelnutzungen die WSB-Haltestelle Torfeld verfügbar zu haben. Ebenso ist nun rechtlich gesichert, dass eine breite, hauptsächlich von den Entwicklern zu finanzierende Fussgänger- und Velopasserelle über die Eisenbahngleise führen wird. Auch können Lösungen für die Veranstaltungsparkierung vorgelegt werden, welche keine Wohngebiete mehr beeinträchtigen. Schliesslich konnten im Bereich der Umweltmassnahmen, vor allem im Bereich des nachhaltigen Bauens, Verbesserungen vorgenommen werden.

Transparenz schaffen
Gleichzeitig mit der Zonenplanänderung und dem Gestaltungsplan Torfeld Süd liegt das Baugesuch für das Stadion auf. Damit erhält die Planung bezüglich des Stadionprojekts, welches anhand des Baugespanns visuell wahrgenommen werden kann, erste wichtige Konturen. Auch hinsichtlich der Finanzierung der Infrastrukturen wird Transparenz geschaffen, indem der öffentlichrechtliche Vertrag zur Orientierung der öffentlichen Auflage beigelegt wird.